|
|
![]() |
|
Münstertal, am Fuße des schönsten Schwarzwaldberges, dem 1414 m hohen Belchen gelegen, war vermutlich in der keltischen Zeit besiedelt. In der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts, (etwa 604) ließ sich der Wandermönch Trudpert, der unter der Obhut eines iro-schottischen Klosters stand im Tal nieder, errichtete ein Bethaus und missionierte die heidnischen Alemannen. Sein Wirken war allerdings nur von kurzer Dauer, denn bereits nach 3 Jahren, so berichtet die Legende, wurde er von den Rodknechten, die ihm von Landgraf Otbert zugeteilt waren, mit der Axt erschlagen. An der Stelle seines Todes wurde um das Jahr 800 das Kloster St. Trudpert gegründet, das als erstes rechtsrheinisches Benediktinerkloster gilt. Das Kloster war von der Einweihung der ersten Basilika im Jahre 815 bis zu seiner Aufhebung im Jahre 1806 der geistige, kulturelle und wirtschaftliche Mittelpunkt des Tales und seiner Umgebung. Insgesamt 41 Äbte verzeichnet das Kloster in seiner rund tausendjährigen Geschichte. Die Klosteranlagen wurden mehrfach zerstört, so z.B. durch die Hunnen um das Jahr 930 und die Schweden im Jahre 1632, jedoch immer wieder aufgebaut. Die Klosterkirche aus dem 18. Jahrhundert, heute Pfarrkirche der Gemeinde, gilt als barockes Kleinod der näheren und weiteren Umgebung. Als Baumeister von Kirche und Kloster wird der Vorarlberger Peter Thumb genannt. Um 1760 war die stolze Anlage fertiggestellt. Nach der Aufhebung des Klosters in der Säkularisation 1806 kam die Klosteranlage zunächst in Privathand. Erst im Jahre 1920 wurde sie wieder ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung zugeführt. Schwestern aus dem Elsaß erwarben die Gebäude und ließen sich hier nieder. Heute ist St. Trudpert das Mutterhaus der "Schwestern vom hl. Josef", die in zahlreichen sozialen und caitativen Bereichen tätig sind. Eine besondere Rarität ist das St. Trudpeter Niellokreuz, ein Vortragekreuz, das um das Jahr 1160 hergestellt wurde und als Zeugnis romanischen Kunstschaffens weltberühmt geworden ist.
Kloster St. Trudpert vor 1800
Dekan,
Geistl. Rat Geboren am 6. Juli 1877 in Mundelfingen, Kreis Donaueschingen, zum Priester geweiht in St.Peter i.Schw. am 02.07.1902, als Neupriester in Säckingen, Oktober 1903 als Vikar nach St.Johann, Freiburg, am 28. April 1910 von Großherzog Friedrich von Baden zum Pfarrer von St. Trudpert ernannt und am 13. Juli 1910 von Erzbischof Thomas Nörber bestätigt und investiert, am 22. April 1945 von der SS am Heubronner Eck ermordet. Die Pfarrei St.Trudpert im Münstertal, zwischen Schauinsland und Belchen, ist eine der großen Schwarzwaldpfarreien. Wenn Pfarrer Strohmeyer 36 Jahre Seelsorger dieser ausgedehnten Pfarrei war, dann bedeuten und besagen diese Jahre nicht bloß eine tiefe Verbundenheit mit der Bevölkerung und Landschaft, sondern auch reiche und anstrengende Arbeit. Seine "Chronologischen Notizen" in 2 Bänden, angefangen April 1909, letzter Eintrag Samstag, 21. April 1945, sind ein überwältigendes Zeugnis von seiner rastlosen Tätigkeit auf dem Felde der ordentlichen Seelsorge. Seine Musestunden nützte er vor allem für die Erforschung und Darstellung der Heimat- und Lokalgeschichte. Die Geschichte des Benediktinerklosters St.Trudpert, die Durchforschung der Kirchenbücher zur übersichtlichen Darstellung der Sippen des Münstertales von 1650 bis 1940 sind wertvolle Arbeiten. Daneben beschäftigte er sich mit der Geschichte des Dekanates Neuenburg und schrieb aus der Kenntnis der Heimatgeschichte und den noch lebendigen Überlieferungen des Münstertales 19 heimatgeschichtliche Erzählungen, die heute zwar alle vergriffen sind, aber die vorhandenen Exemplare werden immer noch gern gelesen und noch mehr vor Untergang behütet. Eine
Wiederbesiedelung des Klosters durch die Benediktiner, die er anstrebte,
mißlang ihm. Dafür ist ihm zu danken, daß am Ende des
ersten Weltkrieges die im Elsaß schwer bedrohten Schwestern des
hl. Josef von St. Marx eine Neugründung des Klosters durchführen
konnten. Pfarrer Strohmeyer war 1924-1931 Superior dieser Neugründung. Von
der Person und Stellung des Geistlichen Rates Strohmeyer erhielt er
offenbar erst in letzter Stunde auf seine besondere Nachfrage Kenntnis;
weil der Pfarrer der älteste und angesehenste Geistliche von St.Trudpert
war, richtete 'P' seinen Angriff gegen ihn." Die letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof von St.Trudpert, links am Haupteingang. Zum Gedenken an Pfarrer Strohmeyer hat die Pfarrgemeinde sein Bild auf dem Totenbrett in der Kirche gestellt. Der Rammersbacher Hof, eine Wegstunde von der Strohmeyergedächtniskapelle,hat den Namen "Dekan-Strohmeyer-Haus" erhalten, damit die Jugend und die kommenden Generationen das Leben eines großen Priesters nicht vergessen.
In seiner letzten Predigt, 3 Stunden vor seinem Tod, sprach er zu
seiner Gemeinde über das trostreiche Wort des Herrn bei Joh.16.16
|